Ein aktuelles Beispiel: Wie das Urheberrecht direkt zur Zensur führt

Ein plakatives Beispiel, wie die Anwendung des vollkommen unzeitgemäßen Urheberrechts direkt in die Zensur führt, erlebt gerade die Open-Data-Plattform Offeneskoeln.de, die wegen einer in einem Ratsdokument der Stadt Köln enthaltenem Ausschnitt aus einem Stadtplan eine Abmahnung erhalten hat – inclusive Kosten von über 800 Euro (darunter alleine 95 Euro für die Anfertigung der Screenshots):

http://blog.offeneskoeln.de/post/18377162772/abmahnung-und-selbstzensur

Es folgt, was folgen musste: Der Betreiber hat sich gezwungen gesehen, die veröffentlichten Dokumente durchzusehen – immerhin über 179.000 Seiten – und vorauseilend selbst zu zensieren. Andere Betreiber haben in solcher Situation ihr Angebot oft gleich ganz eingestellt. Vielen Dank an Marian Steinbach, dass er sich diese Mühe gemacht hat! Besonders brisant finde ich, dass es sich hierbei um Daten der Stadt Köln handelt, die bereits veröffentlicht waren, die also eigentlich uns allen gehören. Urheberrecht geht hier wieder einmal vor Bürgerrecht, in diesem Falle dem der Transparenz öffentlicher Verwaltung.

Hat noch jemand Zweifel, dass das Urheberrecht dringend reformiert werden muss?

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